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Schildbau-Anleitung Rundschild

(mit freundlicher Unterstützung von Ingmar [Ragnvald])

Diese Anleitung befasst sich mit der Konstruktion und dem Bau eines larptauglichen Holzkernschildes.
Benötigte Materialien:
Isomatte 6mm (ca. 5€/Stk.)
Birken/Pappelsperrholz ca 6-8mm (ca. 10€/qm)
Pattex Compact (ca. 15€/625g Dose)
Pattex Transparent (ca. 15€/625g Dose)
Latex + Pigmente (zB Alu und Schwarz)
Pinsel
Nesselstoff/Leinwand (ca. 2€/m
Abtönfarben (ca 5€/Tube, aber man braucht fast nix -> Teilen)
4 Holzdübel oder ein Stück Ast ca. 10mm Ø
Holzleim(wasserfest)
Stück Dachlatte oder anderes Holz für den Griff
Lederriemenreste
Veleourlederrese zB einer alten hässlichen Lederjacke
Tesaband
Etwas Frischhaltefolie

Benötigtes Werkzeug:
Sticksäge
Holzpfeilen
Cutter/Teppichmesser
Bohrer mit Holzbohrkopf
Ikea Salatschälchen

Größe
Als erstes sollte man damit beginnen sich über die Größe des Schildes Gedanken zu machen. Rundschilde der Rus hatten bis zu 110cm Durchmesser, was allerdings schon ein wenig sehr groß ist. Im Mittel lag der Durchschnitt bei ca. 80-90cm, wobei ich für jemanden mit 1,8m Körpergröße eher 80cm und für jemanden mit 2m eher 90cm Schilddurchmesser wählen würde.

Holzkern
Der Holzkern sollte einen rund 20cm geringeren Durchmesser aufweisen, als der Gesamtschild. Das ergibt also einen Mattenüberstand von ca. 10cm. Für den Trageriemen, wird der Holzkern am Rand, auf seinen Gegenüberliegenden Seiten mit zwei Schlitzen(parallel zur Tangente) versehen, deren Länge der Riemenbreite und deren Breite der Riemendicke entspricht.

Trageriemen
Bevor der Trageriemen selbst, zum Schluss des Schildbaus befestigt werden kann, müssen wir aber an die Halterung dafür denken. Dazu werden zwei kurze Stücke Riemen verwendet. Jedes dieser Stücke wird geklappt und durch einen der Schlitze gezogen. Den Falz jeweils zur Innenseite. Die beiden zur Außenseite des Schildes durchstehenden Enden werden flach angelegt und mit Pattex angeklebt.
evor jedoch der Boden bzw die Innenpolsterung des Schildes aufgeklebt wird empfiehlt es sich, sich um den Griff zu kümmern.
Schild

Griff
Der Griff wird quer über den Schildrücken gelegt und vorgezeichnet. Bevor er befestigt werden kann, wird ein Loch, in Größe des Innendurchmessers des Schildbuckels, in den Schildkern gesägt. Jetzt kann der Griff befestigt werden. Dazu kann der griff vorbereitet werden, in dem er z.B. zu den Rändern ein wenig abgeflacht werden kann. An der Stelle des Handgriffs kann er dünner gefeilt werden. Eine Lederwicklung ist später ebenfalls möglich. Auf jeden fall sollte der Griff sich annähernd über den ganzen Querschnitt des Holzkerns erstrecken. So verleiht er ihm größere Stabilität und dem Schild eine authentischere Optik. Der Griff kann nun ebenfalls aufgeklebt werden. Ich empfehle in keinem Fall zu Nageln oder zu schauben. Beides sieht unauthentisch aus und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Zu Nieten wäre authentisch, aber ebenfalls unsicher. Stattdessen empfehle ich entweder ein Nietkopf-fake oder einen Holzdübel. Der Griff wird nun mit Klebeband beklebt und wird so vor Pattex und Farbe bis zum Ende des Schildbaus geschützt.
Schild

Buckel
Zum Bau des Buckels benötigen wir eine Art Form. Ich habe dazu ein Salatschälchen von Ikea verwendet. Dies wird mit der Frischhaltefolie verkleidet, damit es keinen Ärger gibt, und auf ein altes Brett oder eine andere Unterlage gelegt, die ebenfalls mit Frischhaltefolie belegt wurde. Jetzt werden Leim getränkte etwa 2-3cm breite Nesselstofffetzen über die Form gelegt und so ein mehrlagiger Stoffbuckel gelegt. Beim übereinander legen der Leimstoffstreifen ist darauf zu achten, dass der Buckel auch wirklich seine Form kriegt und zwischen den Lagen möglichst keine Luftblasen entstehen. Das ganze sollte nun aussehen wie ein Buckel mit zu breitem Rand. Nachdem Trocknen, was ca. 2Tage dauert werden scharfe Falten abgeschliffen und Überstände weg geschnitten. Der Linobuckel ist nun steinhart und kann über das Loch im Holzkern geklebt werden. Dazu sollte man Pattex Compact wählen und nach dem antrocknen des Klebers(siehe Anwendung) sehr stark andrücken. Das Loch für den Buckel kann, nach dem Trocknen, von der anderen Seite nachbearbeitet werden, um scharfe Kanten und Übergänge zu glätten.
Nun kommt die Polsterung des Buckels: Ich habe dazu Evazote verwendet, die sich sehr gut ziehen lässt. Dadurch ist ein präzises Kleben unter Ausnutzung der Kontaktklebereigenschaften möglich. Andernfalls kann man auch unsauberer arbeiten und muss dann eben nachschleifen. In beiden Fällen sollte man sich allerdings ein Muster zeichnen, wie groß die einzelnen Pizzastücke sein müssen, um wenigstens in etwa zu passen. Danach kann der Buckelrand aufgeklebt werden. Da der Buckel später gelatext werden soll, ist es gut möglich mit einem heißen Stück Metallrohr kurz „Nägel“ in den Buckelrand zu brennen. 4-5 sind A.
Der Buckel wird erst gelatext, wenn die Sandwichpolsterlagen des Schilds aufgeklebt sind.
Schild

Schildpolsterung
Der Schild wird nun mit der 6mm Isomatte beklebt. Ich habe dazu eine billige Isomatte von Praktiker verwendet. Diese hatte allerdings auch den Nachteil, dass sie von einer Seite eine Art feine Wabenstruktur hat, die sehr viel von dem guten Pattex Kleber „frisst“. Daher am besten glatte Isomatte verwenden. Diese ist in großen Supermarktketten oder Baumärkten oder manchmal bei Discountern im Angebot zu bekommen. Die Isomatte wird mit ca. 5cm Überstand aufgeklebt, so dass ein 5cm breiter Rand von der Isomatte zum Holzkern entsteht. Aussparungen für Buckel und Griff sind vorher zu schneiden und/oder Die Matte zu stückeln. Letzteres spart enorm Matte und man kommt mit drei Matten auch gut für zwei 80cm Schilde hin. Zuerst empfehle ich die Äussere Lage zu kleben und dazu eine Werkbank zu verwenden, damit der Griff nicht stört. Auf diese Lage wird, auf der gleiche Ebene des Holzkerns, die „Sandwichmitte“ geklebt und dann der Boden drauf. Wieder hilft die Werkbank, ohne die der Buckel beim Andrücken stören würde. Es empfiehlt sich erst dann auf die Runde Form des Schildes zu zu achten. Und die quasi nach zu schneiden.
Schild

Bezug
Für den Bezug bzw die Schildoberfläche wird nun billiger, dünner Nessel oder Baumwollstoff verwendet. Dieser wird mit Pattex aufgeklebt. Hier weder zu sparsam noch zu verschwenderisch umgehen. Am besten an einer Ecke anfangen und sich dann vorarbeiten. Wichtig ist Schlitze für Riemenhalterung und Griff erst unmittelbar an diesem Punkt anzubringen und auch das Loch für den Schildbuckel. Um keine unschönen Übergänge zu erhalten kann der Schaumstoff am Rand des Schildbuckels eingeschnitten werden und die Stoffkante darin verschwinden.

Bemalung
Für die Bemalung empfiehlt es sich Schablonen zu machen und/oder auf dem Stoff vorzuzeichnen. Der Stoff selber kann dann mit wenig Latex oder aber ganz normaler Abtönfarbe dünn bemalt werden. Im letzten Fall versiegelt man danach mit Pattex Transperent.
Schild

Versiegelung
Die Versiegelung erfolgt mit Pattex Transperent. Dazu wird ein wenig Pattex Transperent auf die Oberfläche gekippt und schnell und gleichmäßig mit einem (Kunststoff-)Spatel über die Oberfläche gezogen. Wichtig ist, dabei so schnell zu arbeiten, dass keine Fäden gezogen werden oder der Kleber zu schmieren anfängt.

Rand
Für den Rand werden Lederstreifen aus dünnem dehnbarem Leder geschnitten. Diese sollten ca. 5-6cm breit und so lang wie möglich sein. Für diese Arbeit empfehle ich eine alte hässliche Lederjacke aus peinlichen 80-90iger Jahren zu plündern. Die Farbe des Leders ist dabei fast egal, da man es ja einfach mit Lederfett noch weiter verschmieren kann und es dann dreckig aussieht. Die glatte Seite des Leders kommt beim aufkleben mit Pattex nach innen. Die Streifen werden so quasi rundum geführt und überlappen einander. Für die Optik kann man sich auch noch die Mühe machen eine Naht anzubringen.

Trageriemen
Nun kann ein Trageriemen geschnitten und angebracht werden. Dazu werden die am Anfang angebrachten Halterungen verwendet.
Schild Schild
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